Tagesthema vom 19. September 2010

 

Zukunft der Kirche"

 

Dr. Franz Josef Weißenböck

 

 

Dr. Franz Josef Weißenböck, 1949 geboren, Reifeprüfung 1968 in Sachsenbrunn, studierte Theologie, pro­movierte 1979 mit einer praktisch-theologischen Arbeit über „Katholische Kirche und Öffentlichkeit" zum Doktor der Theologie. Er war Religionslehrer, wechselte zur kathpress. Seit 1980 arbeitete er in verschiede­nen Ministerien (Gesundheit und Umweltschutz, Umwelt, Finanzen, Soziales) und seit 1999 ist er Chefredak­teur des parlamentarischen Pressedienstes. Zusätzlich ist er ausgebildeter systemischer Supervisor und Co­ach. Weißenböck ist Autor in Zeitschriften (z. B. Kirche IN, Quart) und von Büchern. Bisherige Buchveröffentli­chungen: „Übrigens. Gespräche mit großen Geistern aus sechs Jahrhunderten" mit einem Vorwort von Adolf Holl." (Innsbruck 2005). „Coaching für Platon, Caesar, Ovid, Pilatus, Paulus, Konstantin" mit einem Vorwort von Franz Fischler. Zuletzt das „Handbuch der Kirchenspaltung" mit einem Vorwort von Weihbischof Krätzl.

Weißenböck ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern. Er lebt in Wien und Niederösterreich und ist ehrenamtlich in verschiedenen Funktionen in seiner Pfarre engagiert.

Bewegt, weil er Bekannte treffe, die Vorbilder seiner Jugend sind: Lootens, Schmidtmayr, Pawlowsky, Land­mann und Picker.

 

 

  1. Diagnose

 

Weißenböck beginnt mit einer Banalität: Auch Religionen können sterben.

Kaiser Julian wollte 363 n. Chr. die alte Religion wieder beleben. Auf dem Weg nach Antiochia hatte er die Erwartung, einem Zeuspriester mit vielen Hekatomben von zahlreichen makellosen weißen Stieren zu be­gegnen. Enttäuscht, weil er nur einem alten Zeuspriester begegnete, der seine eigene Gans opferte. Für Augustinus waren die alten römischen Götter durchaus existent. Er nennt sie in seiner Schrift „De civitate Dei", (ca. 420 n. Chr.) Dämonen. Darin wehrt er sich gegen den Vorwurf der Bewohner Roms, die Christen seinen wegen des Abfalls von der alten Reichs-Religion schuld, dass die Westgoten Rom eroberten. In der Schrift entwickelte er seine Idee vom Gottesstaat.

Auch Religionen können sterben, es dauert allerdings sehr lang. Oder: Religionen haben Jugend, Hochblüte, Niedergang und Tod. Man könnte versucht sein, dies auch auf das Christentum und die Kirche anzuwenden. Denken sie an die dynamischen Anfänge der frühen Kirche, an die „Hochblüte" im Mittelalter, der manche nachtrauern, weil es die geschlossene christliche Gesellschaft gab, die „christianitas". Bereits sehr früh, eigentlich immer schon, gab es - kleinere oder größere - Spaltungen. Nicäa 325 n. Chr. Arianer, 1054 Tren­nung der Ostkirche von der Westkirche oder die westliche Kirchenspaltung mit Luther im 16. Jhdt. Sie war so erfolgreich, weil ihm im Gegensatz zu Jan Hus der Buchdruck half, seine Ideen rascher zu verbreiten. In der Folge der Reformation kam es zu den schrecklichen Religionskriegen. Zuvor hatte der Reichstag zu Worms festgestellt, wer die Herrschaft besitzt bestimmt auch die Religion, „Cuius regio, eius religio". Es war aber kein Beitrag zum Frieden. Es kam zum 30-jährigen Krieg, der einer der schrecklichsten war. Im Religionsfrie­den vom Münster und Osnabrück (1648) hat man „Cuius regio, eius religio" etwas „heruntergeschraubt". Der „Hauhaltsvorstand" bestimmt die Religion. Vielleicht ist das der Grund, warum der Vatikan diesem Religions­frieden nicht beigetreten ist.

Beim Zweiten Vatikanischen Konzil hat man sich von den alten Vorstellungen verabschiedet. Im Dekret über die Religionsfreiheit, „dignitatis humanae", wird ein Bruch vollzogen, gegenüber dem was vorher gegolten hatte. Die Päpste des 19. Jhdts. haben die Pressefreiheit, Gewissenfreiheit, Religionsfreiheit noch als Wahn­sinn verurteilt. Das Konzil hat die Religionsfreiheit anerkannt. Das erklärt auch die Gegnerschaft Lefebvres und seiner Anhänger gegen diese Aussagen des Konzils. Daran könnte auch die vom Vatikan angestrebte Einigung mit den Piusbrüdern scheitern.

Religionen können sterben, und das Christentum ist davon nicht ausgenommen.

Noch ein Blick auf Schwächeerscheinungen der Gegenwart:

Die Enzyklika „humanae vitae" von Papst Paul VI. brachte im Juli 1968 einen massiven und unwiderrufli­chen Verlust von Autorität. Das Kirchenvolk ist dem Papst in einer für ihn wichtigen Frage nicht gefolgt, so wie er sich das vorstellte. Ohne schlechtes Gewissen. Das ist eine Ergänzung der vertikalen Kirchenspaltung durch eine horizontale.

Kirchenaustritte: 80.000 Kirchenaustritte in einem Jahr sind nicht wenig. 3.000 Wiedereintritte sind dage­gen nicht viel.

Die Nachwuchskrise wird sich zeitlich verzögert noch deutlich auswirken. In der Nachwuchsrekrutierung gibt es nicht nur fehlende Quantität. Das ist schlimm genug. Es fehlt vor allem Qualität. Es gibt zunehmend Kandidaten für das Presbyter-Amt, die sich für Pfarrseelsorge von vornherein nicht interessieren oder dafür ungeeignet sind.

Ich sage immer Presbyter, weil das religionsgeschichtliche Priestertum für Christen mit Jesus erledigt ist. Viele wollen gar nicht Gemeindeleiter sein oder nur in einem sehr begrenzten Sinn. Sie wollen in einem klei­nen Umfeld, für eine bestimmte Gruppe Eucharistie feiern. Diese Nachwuchskrise wird sich noch verheerend auswirken.

Ein Beispiel: Kirchberg am Wechsel hatte früher einen Pfarrer als Dechant und einen Kaplan. In Feistritz, St. Corona und Trattenbach waren jeweils auch noch Pfarrer. Jetzt ist der Pfarrer von Kirchberg auch Pfarrer von Feistritz, St. Corona und Trattenbach. Wenn vom Gemeindetag berichtet wird, dass Gemeinden bleiben aber Pfarren verschwinden können, habe ich große Zweifel, weil ohne Pfarrer auch die Gemeinden ver­schwinden werden. Von 100 Kirchgängern in St. Corona sind vermutlich ca. 40 bereit nach Kirchenberg „auszupendeln". Die anderen 60 werden auf Sicht gesehen wohl fern bleiben.

Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt: Kein sexueller Missbrauch, weil es keinen sexuellen „Gebrauch" von Kindern gibt. Es müsste tiefergehend vorgegangen werden. Dazu verweise ich auf das Buch „Macht, Sexualität und die katholische Kirche", von Bischof Geoffrey Robinson, dass über Hans Peter bezo­gen werden kann. Robinson ist em. Weihbischof von Sydney und war Leiter der bischöflichen Kommission der Bischofskonferenz in Australien zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle. In vielen Fällen ein Machtmiss­brauch, und wenn geistliche Autorität missbraucht wird, dann ist es ein geistlicher Autoritäts- und Amts-Missbrauch. Das ist besonders dramatisch, wegen der spirituellen Auswirkungen.

Zunehmender Verlust der Anschlussfähigkeit der Kirchenleitungen an die moderne Welt. Über weite Strecken haben die kirchliche Verkündigung, die kirchliche Lehre und das kirchliche System den Anschluss an die moderne Welt verloren.

Die Organisationsformen in der Kirche, das ganze „politische System", stammen aus der Spätantike oder dem Mittelalter, nicht aus der Neuzeit. Alle Äußerungen, welche die Demokratie gepriesen haben, begonnen von der Weihnachtsansprache von Pius XII., 1944, sind nicht ernst zu nehmen, solange das, was gepriesen wird, nicht im eigenen Bereich umgesetzt wird. Es gibt in der Kirche fast keine demokratischen Prinzipien. Hier sind wir in der Spätantike oder im Mittelalter stehen geblieben.

Fehlende Entwicklungen in der Kirche auch im Bereich der „Kultur": Bei allem, was mit Sexualität oder mit der Stellung der Frau zusammenhängt, ist die Kirche noch immer platonisch, pythagoreisch, augustinisch, oder in der Stoa stecken geblieben. Sie hat keine Praxis, welche der modernen Psychologie und Anthropolo­gie entspricht.

Besonders dramatisch die kirchliche Sprache: So wie Kirchenführer in aller Regel sprechen, werden sie kaum von den Menschen verstanden. Als Beispiel ein Ausschnitt aus einer Predigt von Papst Benedikt XVI. in England. Inhaltlich absolut in Ordnung. Aber jungen Menschen, die angesprochen sind, können das nicht verstehen. Die Sprache, die die Kirchenleitung verwendet, kommt bei den Menschen nicht mehr an. Beim Lesen des Jesusbuches von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. hatte ich den Eindruck, hier spricht ein Novizenmeister zu seinen Novizen, nicht aber ein Verkünder der evangelischen Wahrheit für die Menschen. Es wird immer mehr eine Binnensprache, die nicht mehr verstanden wird.

 

 

 

 

2. Was könnten wir tun?

 

Änderungen im politischen System der Kirche: Eigentlich selbstverständlich ist eine Verfassung in der Kirche zu implementieren, welche die Zweiklassengesellschaft von Klerus und Laien beseitigt, die Menschen­rechte sichert und Gewaltentrennung und Befristung der Macht. Werte, die für uns selbstverständlich sind. Ebenso sind die Gleichberechtigung von Männern und Frauen und die Körpersprache der Kirche zu beach­ten.

Dazu ein Beispiel: Im Film „Die Götter müssen verrückt sein", gehen zwei Kinder im Busch verloren. Ein Mädchen erzählt seinem kleineren Bruder: Hyänen sind gefährlich, aber feig. Die Hyäne wagt sich nicht her­an, wenn etwas größer ist als sie. Der Bub wird angegriffen und hält ein hohes Stück Baumrinde am Kopf. Die Hyäne lässt ab von ihm. Das Stück bricht in die Hälfte, die Hyäne greift wieder an. Es scheint, dass die Bischofsmützen eine ähnliche Funktion ausüben sollen, zur Sicherung der antiken Macht. Bischof Robinson spricht dieses Thema auch in seinem Buch an.

Die „Autonomie der Welt" (Dietrich Bonhoeffer) ist endlich anzuerkennen. Dem gegenüber eine beschei­dene und nicht immer besserwisserische Kirche. Empowerment, Ermächtigung, Bestärkung; „stärke deine Brüder", ist der Auftrag Jesu an Petrus. Der Papst sollte die Menschen ermächtigen, zum Handeln, zum Den­ken, zum Glauben und zum Tun. Interpretationshilfe der Kirche zu „de fidei" und „de moribus". Die Kirche hält sich für zuständig für Fragen des Glaubens und der Sitten. Wie interpretiere ich de moribus? Prof. Wu­cherer wies darauf hin, dass es um die „Sitten und Gebräuche" der Väter geht, die im alten Rom hochheilig gehalten wurden. Die Kirche sollte daher die „Bräuche" regeln. Wann und wie Ostern und Weihnachten ge­feiert wird - aber aus den Betten der Menschen sollte sich die Kirche heraushalten.

 

 

3. Wie soll es weiter gehen?

 

Die Kirche hat sich am Weg Jesu zu orientieren. Nicht an irgendwelchen aus der Stoa übernommenen Vor­stellungen, nicht am Leib/Seele Prinzip von Platon. Solche Vorstellungen müssen in der Kirche diskutiert werden können. Orientierung am Weg Jesu, am Weg der Selbstentäußerung. Wenn sich die Kirche nicht am Weg Jesu orientiert, ist sie nicht die Kirche Jesu. Dann ist es auch gut, wenn sie verschwindet.

Johannes XXIII. blickt in der Konzilseröffnungsrede nach vorne, ist optimistisch und angstfrei. Das ist auch uns angemessen. Die meisten kirchlichen Äußerungen sind leider oft von Angst geprägt. Angst ist aber kein guter Ratgeber. Wir glauben oft, wir sind die letzte Generation in der Kirche, nach uns wird es die Kirchen nicht mehr geben. Trotzdem, ohne Angst ist der Weg Jesu, der Weg Johannes XXIII. DANKE!

 

 

Aus der Diskussion:

 

  • Es können doch nicht alle verloren sein, die nicht mehr hinter den Auffassungen der Hierarchie stehen können. Referent: stimmt zu. Das Konzil von Florenz meinte noch, selbst wenn man nicht katholisch getauft ist, kann man noch so ein guter Mensch sein, sich sogar auf Jesus berufen, man ist verloren. Das ist der Augustinische Heilspessimismus; Heute in manchen Äußerungen wieder erschreckend deutlich zu hören.

  • Religionen können sterben; Christentum stirbt nicht, aber die Kirche. Referent: Kirche hat immer ihre Form geändert. Ist Christlicher Glaube Religion? Mit Jesus ist etwas Eigenes in die Welt gekommen. Er vertraut, der Glaube an Jesus verschwindet nicht. Das geht nicht ohne Gemeinden, sie sind die Wege der Tradition.

  • Paul VI. hat sich eine Autorität zugemessen. Wäre nicht bei Fragen „de fide" genauso vorzugehen, wie bei „de moribus"? Referent: Ja. Unterscheidung: Glaubensakt - Glaubensinhalt; Die kirchliche Autorität betont das Glauben bestimmter Glaubensinhalte und überbetont sie gegenüber dem Glaubensakt, der aber das Entscheidende ist. Der Glaube ist der Akt, mit dem geglaubt wird. Die Kirchenleitung müsste dem Kirchenvolk die Vollmacht, die Ermächtigung, Empowerment zugestehen, selbst im Glauben wach­sen zu dürfen, nicht nur das zu glauben, was im KKK steht. Wir müssen auf dem Weg vom Mythos zum Logos weiter gehen. Glaube ist Vertrauen auf Gott, dass ich nicht verloren, nicht allein bin. Hier ist der Islam überlegen, Islam heißt Hingabe.

  • Papst müsste die Jugend auf Augenhöhe ansprechen; Bergpredigt ist das Gesetz Jesu. Referent: Ja, die Bergpredigt ist ein Grundgesetz. Leider wurde sie ständig verharmlost. Ein Beispiel: „Dein Reich kom­me". Richtig wäre, „Deine Herrschaft breche an". Es geht nicht um ein Reich, es geht um die Königs­herrschaft Gottes. Ein anderes Beispiel: Das Scheidungsverbot nimmt man wörtlich, das Schwurverbot nicht.

  • Schönborn sagt: Ein Drittel der Priester seien für die Gemeindeleitung nicht geeignet. Referent: Es ist zu befürchten, dass beim Prozess APG 2010 nicht das herauskommen wird, was notwendig ist. Dann wird neuerlich Frustration wachsen. Seit dem Konzil werden Vorschläge in Rom abgewehrt. Was umgesetzt wird, ist immer viel zu wenig. Die Frustration steigt, die Lust sich zu engagieren wird geringer. Hoffent­lich ändert sich der Trend. APG 2010 war als große Inszenierung gedacht, trotzdem ist der Geist des Widerstandes durchgebrochen.

  • Gott ist nicht katholisch, sondern allmächtig. Priestertum hat sich mit dem Kommen Jesu aufgehört. Warum schafft man das Priestertum nicht einfach ab. Schriftkundige Menschen achten darauf, dass die Gemeinden lebendig bleiben.

  • Es fehlt noch die gesamte Tiefenpsychologie. Freud und andere haben viel über den Menschen ge­forscht. Die Gesellschaft kann heute ohne Psychologie nicht existieren. Sie ist die moderne Form des Ex­orzismus. Ohne Weihrauch und Gebete wird dieselbe Wirkung erzielt.

  • Frauenfrage kann nicht so einfach verschoben werden. Frauen können nicht ihrer primären psychischen Rechte beschnitten werden. Im Mittelalter durfte Theresia von Avila (noch) nicht meditieren. Sie hat sich dann selbst ein Gebetbuch zusammengestellt. Das Los der Frauen ist eine Unheilsgeschichte, die nicht von der Kirche erfunden wurde. Sie hat sie aber verstärkt und vielleicht zu wenig gemildert. Endlich liegt alles auf dem Tisch, man müsste nun handeln. Hier sind auch die Männer gefragt. Es geht nicht, dass die Männer zuschauen, wie sich die Frauen befreien. Therapeutisch gesehen, sind Frauen die engagierteren Menschen. Eher kommen Frauen zum Therapeuten als Männer. Auch in die Schule, z. B. zum Sprechtag kommen eher Frauen. Referent: In der Frauenfrage wird sich die Zukunft der Kirche entscheiden. Glaubenswahrheiten stimmen nicht. Vermutlich sind wir Arianer. Wir schätzen auch nicht die Nestorianer. Aufklärung hat das alles hervorgeholt. Wir haben die Aufklärer, Protestanten und Juden aus Öster­reich hinausgeworfen. Als Professoren kamen sie wieder zurück. Römischer Katholizismus ist nicht mit der Vernunft vereinbar. Das kann man eventuell mystisch überspringen.

  • Sprache: Werden unsere Kinder noch christlich sein? P. Ettl sagte: „christlich, aber nicht kirchlich". Reich-Gottes-Herrschaft. W. Teuschl: „So wiast das du vourstöst, so soitats halt boid wern". Kirchenlied: „nur danken kann ich mehr doch nicht". Vom Leben kommt nichts vor. Was müssen wir tun, damit die Ju­gend in der Kirche angesprochen wird? Referent: stimme zu. Wie bringen wir die Jugend in die Kirche? Das ist kein missionarischer Ansatz. Mission = anbandeln. Wie ein junger Mann, der mit einer jungen Frau anbandelt. Ich habe Interesse an dir, wie du bist und ich will mehr wissen von dir und wenn du willst, kann ich auch von mir erzählen. Bibelübersetzung: Nicht zuerst Lehramt und dann Bibel. Die Bibel ist ei­ne Dichtung und es braucht dichterische Sprache.

  • Bezugspersonen für das Leben der Gemeinde sind seht wichtig, Mann oder Frau, das sind die kommen­den Gemeindeleiter. Frauen und Männer in den Gemeinden sollten gewählt werden, die dann dem Bi­schof als Kontaktperson mitgeteilt werden. Teamleitungen gibt es mehrere in Wien.

  • Wir sollten mehr selbständig und eigenverantwortlich tun. Wir brauchen keine Angst haben. Nur reden, kritisieren und bitten ist zu wenig. Widerstand hat Sinn, das hat sich in Oberösterreich gezeigt. Jesus hat nicht die damaligen Priester zu Aposteln berufen sondern einfache Männer. Die Gemeinde Christi ist ein Krankenhaus für Sünder und kein Laufsteg für Vollkommene. Reformen nicht verlangen sondern tun.

  • Wie geht's, Herr Pfarrer? Hier ist etwas in Zahlen gegossen. Referent: Das Ergebnis hat mich nicht über­rascht. Wir sollten mehr tun. In einer Pfarre hält ein Laie Eucharistie. Jesus ist auch hier real präsent. Wir haben hinter uns Jahrhunderte einer Gehorsamserziehung, eine niedergeschlagene protestantische Bewegung, eine Gegenreformation, das Haus Habsburg, das alles hinterließ seine Spuren. Freud schrieb in London Sachen, die er sich in Wien nicht einmal zu denken wagte. Wir haben in uns noch immer wirk­same „Denkverbote". Die Ausstellung in Grieskirchen („Renaissance und Reformation") ist sehr gut.

 

Für das Protokoll: Hans Peter Hurka